Hundepfoten richtig pflegen: So schützt du Ballen und Krallen

Hundepfoten richtig pflegen: So schützt du Ballen und Krallen

Hundepfoten leisten jeden Tag erstaunlich viel. Sie tragen deinen Hund über Asphalt, Waldwege, Wiesen, Schnee und unebene Untergründe. Dabei kommen die Ballen mit Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Streusalz und kleinen Fremdkörpern in Kontakt.

Eine regelmäßige Pfoten pflege hilft dir, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und kleineren Beschwerden vorzubeugen. Dafür brauchst du keine aufwendige Pflegeroutine. Oft reichen ein kurzer Kontrollblick nach dem Spaziergang, saubere Pfoten und eine regelmäßige Überprüfung der Krallen.

Warum ist die Pfoten pflege wichtig?

Die Ballen schützen die empfindlichen Strukturen der Pfote und dämpfen einen Teil der Belastung beim Laufen. Trotzdem können sie durch äußere Einflüsse gereizt oder verletzt werden.

Zu den häufigsten Belastungen gehören:

  • heißer Asphalt im Sommer,

  • Streusalz, Splitt und Eis im Winter,

  • kleine Steine, Dornen oder Glassplitter,

  • Feuchtigkeit zwischen den Zehen,

  • zu lange oder eingerissene Krallen,

  • trockene oder rissige Ballen,

  • ungeeignete Pflegeprodukte.

Nicht jeder Hund benötigt dabei die gleiche Pflege. Untergrund, Aktivität, Alter, Fellstruktur und der individuelle Zustand der Pfoten spielen eine wichtige Rolle.

So kontrollierst du die Pfoten deines Hundes

Gewöhne deinen Hund möglichst früh daran, dass du seine Pfoten ruhig berührst und ansiehst. Beginne mit kurzen Einheiten und belohne entspanntes Verhalten.

Bei der Kontrolle solltest du dir folgende Bereiche ansehen:

  1. die Unterseite der Ballen,

  2. die Zwischenräume zwischen den Zehen,

  3. die Krallen einschließlich der höher sitzenden Wolfskrallen,

  4. die Haut rund um die Pfote,

  5. das Fell, das über die Ballen hinausragt.

Achte auf Rötungen, Schwellungen, Risse, Fremdkörper, abgebrochene Krallen oder unangenehmen Geruch. Auch häufiges Lecken und Knabbern an einer Pfote kann auf Beschwerden hinweisen.

Nach Spaziergängen über Waldwege, Wiesen, Schotter oder gestreute Straßen lohnt sich eine kurze zusätzliche Kontrolle.

Pfoten nach dem Spaziergang reinigen

Normal verschmutzte Hundepfoten müssen nicht nach jeder kleinen Runde gründlich gewaschen werden. Grober Schmutz lässt sich häufig mit einem weichen, leicht angefeuchteten Tuch entfernen.

Nach Kontakt mit Streusalz, möglicherweise reizenden Stoffen oder starkem Schmutz solltest du die Pfoten mit lauwarmem Wasser abspülen. Trockne anschließend auch die Bereiche zwischen den Zehen sorgfältig ab.

Verwende kein heißes Wasser und keine stark parfümierten Reinigungsprodukte. Für die regelmäßige Reinigung reicht in vielen Fällen klares Wasser aus.

Hundepfoten im Sommer schützen

Asphalt, Pflastersteine und andere dunkle Untergründe können sich an warmen Tagen stark aufheizen. Dadurch besteht die Gefahr, dass sich dein Hund die Ballen verbrennt.

Als grobe Orientierung kannst du deine Hand für einige Sekunden auf den Boden legen. Fühlt sich die Oberfläche bereits für dich unangenehm heiß an, solltest du deinem Hund diesen Untergrund nicht zumuten.

Plane Spaziergänge im Sommer möglichst:

  • am frühen Morgen,

  • am späteren Abend,

  • auf schattigen Wegen,

  • auf Wald- oder Wiesenböden,

  • mit ausreichend Pausen und frischem Wasser.

Die Tierschutzorganisation Blue Cross weist darauf hin, dass heiße Straßenbeläge die Pfotenballen von Hunden verbrennen können und empfiehlt Spaziergänge zu den kühleren Tageszeiten.

Hat dein Hund möglicherweise eine Verbrennung, sollte die Pfote vorsichtig mit kühlem, nicht eiskaltem Wasser gekühlt und umgehend tierärztlich untersucht werden. Trage ohne tierärztliche Anweisung keine Creme oder Salbe auf eine Verbrennung auf.

Hundepfoten im Winter pflegen

Im Winter belasten vor allem Streusalz, Splitt, Feuchtigkeit und festgesetzte Eisklumpen die Pfoten. Streusalz kann die Haut reizen und beim Ablecken außerdem Magen-Darm-Beschwerden verursachen.

Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt deshalb, die Pfoten nach Spaziergängen über gestreute Wege mit lauwarmem Wasser abzuspülen und anschließend sorgfältig abzutrocknen.

Wenn möglich, wähle Wege, auf denen wenig oder gar nicht gestreut wurde. Kontrolliere während längerer Runden, ob sich Schnee oder Eis zwischen den Zehen gesammelt hat.

Über die Ballen hinausragendes Fell kann vorsichtig gekürzt werden, damit sich dort weniger Schmutz und Eisklumpen festsetzen. Das schützende Fell direkt zwischen den Ballen sollte jedoch nicht einfach vollständig entfernt werden. Wenn du unsicher bist, lass dir die richtige Vorgehensweise in einer Tierarztpraxis oder einem professionellen Hundesalon zeigen.

Braucht dein Hund einen Pfotenbalsam?

Ein geeigneter Pfotenbalsam kann bei trockenen oder durch winterliche Bedingungen beanspruchten Ballen unterstützen. Er ersetzt jedoch weder die Kontrolle der Pfoten noch die Behandlung bestehender Verletzungen.

Achte bei der Auswahl darauf, dass das Produkt ausdrücklich für Hunde vorgesehen ist. Dein Hund kann einen Teil des aufgetragenen Produkts ablecken, weshalb ungeeignete Inhaltsstoffe, starke Duftstoffe und ätherische Öle vermieden werden sollten.

Trage nur eine kleine Menge auf saubere und trockene Ballen auf. Beobachte anschließend, ob dein Hund das Produkt verträgt.

Bei tiefen Rissen, Blutungen, Schmerzen oder anhaltenden Veränderungen solltest du keinen Pfotenbalsam als alleinige Behandlung verwenden, sondern tierärztlichen Rat einholen.

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Krallen regelmäßig kontrollieren

Wie schnell sich die Krallen abnutzen, hängt unter anderem vom Untergrund, der Bewegung und der individuellen Pfotenstellung ab. Spaziergänge auf festem Boden können zur natürlichen Abnutzung beitragen. Trotzdem müssen manche Hunde ihre Krallen regelmäßig gekürzt bekommen.

Besonders die höher sitzenden Wolfskrallen berühren den Boden häufig nicht und nutzen sich deshalb weniger ab. Werden sie zu lang, können sie einreißen oder sich in Richtung Haut krümmen.

Beim Kürzen muss der durchblutete und mit Nerven versorgte Bereich im Inneren der Kralle unbedingt geschont werden. Bei hellen Krallen ist dieser Bereich oft besser zu erkennen. Bei dunklen Krallen ist die Einschätzung deutlich schwieriger.

Verwende ausschließlich eine geeignete Krallenschere oder einen für Hunde vorgesehenen Krallenschleifer. Normale Scheren oder Nagelknipser für Menschen können die Kralle quetschen oder splittern lassen.

Wenn du noch nie Krallen geschnitten hast oder bei der Länge unsicher bist, lass dir die richtige Technik zunächst in deiner Tierarztpraxis zeigen. Du musst außerdem nicht alle Krallen in einer einzigen Trainingseinheit kürzen.

Pfotenpflege entspannt trainieren

Viele Hunde empfinden das Festhalten ihrer Pfoten zunächst als unangenehm. Die Pflege sollte deshalb schrittweise aufgebaut werden.

Eine mögliche Reihenfolge ist:

  1. Berühre kurz ein Bein und belohne deinen Hund.

  2. Berühre für einen Moment die Pfote.

  3. Hebe die Pfote nur wenige Zentimeter an.

  4. Sieh dir einen einzelnen Ballen oder eine Kralle an.

  5. Zeige deinem Hund später das Pflegetuch oder die Krallenschere.

  6. Beende die Übung mit einer Belohnung und einer Pause.

Zwinge deinen Hund nicht, stillzuhalten, wenn er deutliche Angst zeigt. Kurze, positive Übungen sind langfristig meist erfolgreicher als eine lange und stressige Pflegeroutine.

Wann sollte dein Hund in eine Tierarztpraxis?

Nicht jede kleine Verschmutzung ist ein medizinischer Notfall. Bestimmte Veränderungen sollten jedoch fachlich beurteilt werden.

Wende dich an eine Tierarztpraxis, wenn:

  • dein Hund plötzlich oder anhaltend lahmt,

  • eine Pfote stark geschwollen ist,

  • eine Wunde tief oder stark verschmutzt ist,

  • die Blutung nicht aufhört,

  • ein Fremdkörper tief in der Pfote steckt,

  • eine Kralle weit eingerissen oder abgebrochen ist,

  • die Pfote verbrannt wurde,

  • Eiter, starker Geruch oder deutliche Rötungen auftreten,

  • dein Hund dauerhaft an einer Pfote leckt oder knabbert,

  • eine kleine Verletzung nicht erkennbar abheilt.

Tief sitzende Fremdkörper solltest du nicht selbst herausziehen. Auch ein selbst angelegter, zu enger Verband kann zusätzliche Schäden verursachen. Bei stärkeren Verletzungen ist eine professionelle Versorgung daher besonders wichtig.

Eine einfache Pfotenroutine für den Alltag

Eine gute Pfotenpflege lässt sich unkompliziert in den Alltag integrieren:

Nach dem Spaziergang:

  • groben Schmutz und Fremdkörper entfernen,

  • bei Bedarf mit lauwarmem Wasser abspülen,

  • Pfoten und Zehenzwischenräume abtrocknen,

  • bei auffälligem Verhalten genauer kontrollieren.

Einmal pro Woche:

  • alle Ballen gründlich ansehen,

  • Krallen und Wolfskrallen kontrollieren,

  • auf Rötungen, Risse und Schwellungen achten,

  • überstehendes Fell überprüfen.

Je nach Jahreszeit:

  • im Sommer heiße Untergründe meiden,

  • im Winter Streusalz abspülen,

  • Pflege und Spazierwege an Wetter und Untergrund anpassen.

Fazit: Regelmäßige Kontrolle ist die beste Grundlage

Für gepflegte Hundepfoten braucht es meist keine lange Routine. Entscheidend ist, dass du die Ballen und Krallen regelmäßig kontrollierst und auf Veränderungen im Verhalten deines Hundes achtest.

Saubere und trockene Pfoten, angepasste Spazierwege und rechtzeitig gekürzte Krallen helfen dabei, unnötige Belastungen zu vermeiden. Bei Schmerzen, Verletzungen oder anhaltenden Auffälligkeiten sollte die Pfotenpflege zuhause jedoch immer durch eine tierärztliche Untersuchung ergänzt werden.

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Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle tierärztliche Untersuchung oder Beratung.

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